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Wenn wir nicht achtsam mit der Gegenwart umgehen, wird die Vergangenheit zu unserer Zukunft!

Todesanzeigen im Hamburger Fremdenblatt vom 26. Juni 1944

Zur Mahnung und zum Gedenken

 

Hamburger Fremdenblatt

 

 

 

 

 

 

8. Mai 1945„Endlich ein Sommertag mit Sonne und gleißendem Licht. Zwischen Babylärm und polternden Russengesprächen aus der Nachbarschaft kommt die Kunde in den Garten, der uns nicht gehört: es ist in der Tat Waffenstillstand. Nirgendwo freilich regt sich ein Wunsch nach Festlichkeit. Müdigkeit und Resignation münden immer wieder in dem einen Wunsch, den Hunger zu stillen.
Die Urteile über Hitler werden massiver. Selbst die, die gutgläubig waren, und die, die Konjunktur hassen, beginnen jetzt zu explodieren. Sie sind aus einem Glauben gerissen, und ihr Zorn ist der Fluch über die Altäre, vor denen sie gestern noch gekniet haben, als sie die Wogen schon umspülten. Verbrecher … Nie ist ein Wort inbrünstiger gestammelt worden als von denen, die gestern wider besseres Wissen und Ahnung noch glauben wollten …
Still ist der Himmel geworden. Ab und zu knattert ein einsamer Doppeldecker über die zerbrochenen Dächer. Alarme, Fliegergefahren, Todesangst – das soll alles zu Ende sein? Erlöst, befreit aus dem ewigen, mehrjährigen Kellerdasein ins Licht des Friedenssommers zu steigen – so haben sich wohl viele diese Stunde vorgeträumt. Nun glaubt es niemand. Was so furchtbar alles um und um stülpte, zerwühlte, zerbrach, fraß – das kann nicht mit einer Feststellung, nun sei Schluß, zu Ende sein. Wir hören keine Fanfaren. Das Leid und die Not stehen riesengroß über den Salutschüssen des Friedens. Der Schatten von Hunger und „Was nun?“ fingern gieriger über die Seele der Betroffenen als die üppige Maisonne eines mehr als ungewissen Friedens.
Ein Vakuum gähnt. Ein Riesenschlund tut sich auf, aus dem nur die eigene Stimme, hohl und gespenstisch verzerrt, zurückschlägt. Nein, einen Taumel bringt der Friede nicht – eine Stille, aus der die Moderluft des großen Grabes steigt.

Wunderbar, daß Frühling ist; wunderbar, daß die Sonne scheint. Das ist schon eine Hoffnung.“

 
Tagebucheintrag zum 8. Mai 1945
aus
Die Stadt ohne Tod von Matthias Menzel
Berlin 1946, Carl Habel Verlagsbuchhandlung
 
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Zum Wesen der Geschichte gehört es offensichtlich, dass sie schnell vergessen und nichts daraus gelernt wird.

Wie sehr sich Zeiten ähneln, mag der Ausschnitt aus dem Tagebuch einer Schülerin aus dem Februar 1944 belegen:

             

Unabhängig von der Frage, wer an der Grenze zu Russland <> an der Grenze zum westlichen Bündnis wen bedroht, lässt die Geschichte nur einen Schluss zu: Beiderseitiger Rückzug aus dem Krisenbereich und miteinander sprechen.
Da wieder einmal Sprache und Vernunft versagen, gehen die Stimmen der Friedliebenden im Säbelrasseln unter:

US-Panzer und Militärgerät nach Estland verlegt (1)

Von der Leyen beschwört in Litauen Stärke der Nato (2)

US-Panzer treffen in Lettland ein (3)

 

(1) http://www.focus.de/politik/ausland/operation-atlantic-resolve-staerkung-der-nato-ostflanke-us-panzer-und militaergeraet-nach-estland-verlegt_id_6605702.html

(2) http://www.sueddeutsche.de/politik/nato-von-der-leyen-besucht-bundeswehr-in-litauen-1.3368049

(3) http://www.n-tv.de/der_tag/US-Panzer-treffen-in-Lettland-ein-article19693463.html

 

 

 

 

 

   Sterbebilder

 

 

Ich arbeite derzeit an einer Abhandlung zum 2. Weltkrieg, in der ich einzelne Schicksale aufgreife und mit Informationen aus dem Lebensbereich Betroffener, insbesondere gefallener Soldaten versehe.
Aus verschiedenen Gründen beschränke ich mich auf den Zeitraum Weihnachten 1943 bis Ende September 1944.
An Materialien zu dieser Zeit bin ich sehr interessiert: Dazu gehören Bilder, Briefe und Urkunden, auch Zeitungen, Urkunden und Bücher.
Falls Interesse an meiner Arbeit oder die Möglichkeit der Ergänzung / Erweiterung meiner Materialien zum Buch besteht, bitte ich um einen Anruf unter

0581 - 99026

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