Alle Menschen sind gleich

 

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Europa

Im Gespräch

Auf mein Wort

280 Tage

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Kleine Hagen-Rether-Nachlese

Hagen RetherWenn jemand den Anspruch erhebt, sein Publikum mehr als drei Stunden unterhalten zu können, und diesem Anspruch dann auch noch gerecht wird, dann muss er ein Ausnahmekünstler sein.

Ilmenau-Theater in Uelzen, mehr als 500 Menschen lauschten verzückt bis nachdenklich dem Kabarettisten mit Klavier. Er begann flüsternd und bannend, fesselte mit seiner Sicht der Welt und war fähig, selbst Banales wie das Essen mehrerer Bananen, begleitet von lautem Schmatzen, gekonnt an das Publikum zu bringen.

Kurzum: Es wurde beste Unterhaltung geboten, bisweilen Lachsalven auslösend, immer wieder zum Nachdenken zwingend.
Seine Sicht auf die Lage der Menschheit war sicherlich nicht neu und wurde von den Zuschauern weitestgehend geteilt. Aber die Art seiner Darstellung war dann eben mehr als Unterhaltung, sie hinterließ Spuren, sie stellte das eigene Handeln in Frage.

Und ich stellte mir die Frage, was 500 Menschen, die sicherlich ähnlich wie ich dachten und auch der Meinung sein dürften, dass wir es nicht der Politik überlassen dürfen, die Erde zu retten, für Schlüsse aus Rethers Darbietung ziehen würden.

Wenn es mehr als Unterhaltung war, dann müsste es allein im Bereich Uelzen mehr als 500 Menschen geben, die bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln und das Ihre dafür zu tun, dass unser Planet auch übermorgen noch lebenswert ist; vermutlich tun sie das sogar.

Aber wo bleibt die Wirkung?

 

 

 

 

 

 

Flagge zeigenJamaika

ist für Jamaikaner einfach und erfüllt sie je nach Gesinnung mit mehr oder weniger Stolz. Zu den vielen Farben, die auf der Flagge zu sehen sind, passt auch deren Wahlspruch

Out Of Many, One People (Aus vielen ein Volk)

Ähnliches Bemühen, aus vielen Meinungen zu einer zu gelangen, ist derzeit in Berlin wahrzunehmen: Zähes bis zumeist heiteres Ringen, gewürzt mit Statements, die bereits in einfachen Fragen unterschiedliche Auffassungen erkennen lassen. Selbst in den Schwarztönen sind Nuancen zu erkennen, die vor gar nicht langer Zeit das Gespenst des Bruchs zwischen dem Freistaat und Berlin bedrohlich am Horizont erscheinen ließen. Aber im Angesicht des drohenden Machtverlusts fanden die Geschwister wieder zusammen, Demütigung wich der erzwungenen Liebe.

Soweit so nicht gut. Die Sympathisanten von Macht und gesicherter Zukunft in Berlin arbeiten ihren Fahrplan in Richtung Regierungsbank ab und wähnen sich auf der sicheren Seite, wenn sie zunächst die mehr oder weniger unstrittigen Themen anfassen.
Der Rest, so glauben die Ahnungslosen in Anlehnung an die Merkel-Rezeptur, wird sich finden. Kohl hat es vorgemacht, sein ungeliebtes Gesellenstück hat mittlerweile wahrhaft Meisterliches auf diesem Gebiet vollbracht.

Aus vielen Meinungen zu einer gemeinsamen Politik zu gelangen … das ist Aufgabe der gewählten Abgeordneten? Oder haben sie vom Volk den Auftrag erhalten, im Interesse des Volkes zu handeln? Der Auftrag lautet ganz sicher nicht, um jeden Preis eine Regierung zu bilden.

Kommen wir zurück zur Flaggenproblematik: Sie zu dem einen oder anderen Thema weniger hoch zu hängen, scheint unumgänglich. Unumgänglich scheint bei kritischen Themen wie

Massentierhaltung, der politisch gebilligten Tierquälerei

Klimaschutz, der so mangelhaft verfolgt wird, dass die Zerstörung unserer Umwelt droht

Asylrecht, das faktisch durch einen Zaun um die EU ausgehöhlt wurde 

Landwirtschaft, die durch ihre konsumbedingte Industrialisierung unsere Böden vergiftet

    
das Beharren auf dem eigenen Standpunkt oder die Aufgabe der eigenen Positionen zu sein.

Man darf gespannt sein, was in den kommenden Wochen passiert.

Umfallen vorprogrammiert?
 

 

 

 

 

 

… Anschein der Mitmenschlichkeit wahren …


FlüchtlingeSo war es kürzlich im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise in einem Radiokommentar zu hören. Kommentiert wurden die letztlich verharmlosend umschriebenen schrecklichen Ereignisse, die Tag für Tag Menschen dazu treiben, den möglichen Tod auf dem Mittelmeer zu riskieren, um der noch schrecklicheren Gewissheit, Hunger und Terror in der Heimat ausgesetzt zu sein, zu entkommen.
Es ist gerade mal gut siebzig Jahre her, da erlitten Millionen Menschen in Europa ein ähnliches Schicksal … damals waren es Deutsche, damals war es die Ostsee, in der zu ertrinken weniger Furcht einflößte, als der Soldateska der Sieger ausgesetzt zu sein. Auch damals waren die Flüchtlinge vielfach nicht willkommen und es brauchte Jahrzehnte, bis sie ihre Fremdartigkeit verloren.
Im Gegensatz zu dem, was heute in Afrika und anderen Ländern geschieht, gab es 1945 Sieger und Besiegte. Auch damals wurde gekämpft, bis nicht nur Deutschland in Schutt und Asche lag. Aber es gab das, was ich in vielen Kriegsgebieten der Erde nicht erkenne: ein Ende der Kämpfe.
Dass es dazu nicht kommen kann, zeigt die Lage im Jemen: Bestens ausgerüstete Kriegsherren, auch Deutschland liefert Rüstungsgüter, toben sich auf Kosten eines bereits zuvor am Boden liegenden Landes aus, der Iran zeigt den Saudis seine Stärke und umgekehrt gilt, dass die Saudis den Iranern die so blutigen Leviten lesen.

Was tun?

Wieder die Grenzen öffnen? Auf diese Weise wenigstens denen helfen, die die Flucht aus dem eigenen Land geschafft haben? Und so die bereits heute unerträgliche Feindseligkeit gegenüber den Hilfesuchenden schüren?
Ich kann darauf keine Antwort geben. Aber Europa zur Festung auszubauen, die Flüchtlinge geldgierigen Machthabern und marodierenden Banden zu überlassen, das darf nicht sein.
Wenn an der Küste Somalias Öltanker entführt werden, dann steht auch die deutsche Marine für die Sicherheit des Welthandels ein.
Aber was passiert, wenn ganze Völker dem Hungertod entgegenleiden? Werden gleich viele Schiffe mit Hilfsgütern entsandt? Werden endlich die kriegsführenden Schlächter nicht weiter mit Waffen versorgt? Werden endlich die Ursachen für die Not in Afrika und vielen Ländern der Erde bekämpft?

Hier und da ist zu erkennen, dass wir helfen …

…. um den Anschein der Mitmenschlichkeit zu wahren?

 

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Das Rennen hat begonnen

oder

Auf die Plätze, fertig, Parlament!

Alle vier oder  Jahre wieder überschlagen sich die Parteien mit Versprechen, die irgendwie bekannt klingen und auch Friedenspolitikschon letztes Mal Versprechen blieben … oder waren es nur Versprecher?
Bekannt kommen die in Aussicht gestellten Geschenke (Anmerkung: die schenken uns unser Geld) auch deswegen vor, weil sie ähnlich klingen und letztlich auch sind. Die um das S im Namen und um das Überleben ringenden Sozis wollen den Soli für die nicht ganz so Reichen abschaffen, echogleich schallt es aus der christlichen und damit schon von Natur aus sozialen Ecke, dass der Soli nach und nach, auf jeden Fall ganz abgeschafft wird.
Weitere Beispiele für das scheinbar aus dem Nichts heraus entdeckte Herz für die gebeutelten Wähler ließen sich nennen. Und immer wieder geht es um das liebe Geld oder das Anbieten von Leistungen für lau.
Im Hintergrund dieser in Wahljahren aufgeführten Posse mit wechselnden Laienschauspielern im Profigewand werden Gesetze höchster Brisanz durch den Bundestag gepeitscht und die mehr und mehr zu einer Gruppe von Wirtschaftsvertretern heruntergekommene EU bekommt einen neuen Anstrich .. Maler und Farbe noch in der Diskussion; auf jeden Fall soll das Monstrum wehrhafter werden. Kriegsmäßig gesehen. Trump sei Dank!
Womit wir bei dem Punkt angelangt sind, der für die Erde momentan noch gefährlicher sein dürfte als die Klimaerwärmung: die nunmehr auch in Europa und im Nahen Osten heraufziehende Gefahr eines weiteren Weltkrieges. Da tröstet es nicht, dass es der letzte sein wird.
Aber solange wir nicht das Donnern der Kanonen hören, machen wir uns wohl eher Sorgen um unser materielles Wohlbefinden und freuen uns über die Parteien, die uns wieder einmal einlullen wollen und sich wohl wieder einmal darauf verlassen können, dass die Rechnung aufgeht. Den materiell geblendeten Wählern sei es gedankt!

Ein ganz neues und unerwartetes Geschenk wäre das Bemühen um mehr Frieden … einen ganz einfachen Anfang könnte man damit machen, dass man keine Waffen mehr liefert und sich selbst nicht an Drohkulissen, bevorzugt Richtung Osten, beteiligt.

 

Bild Michael Falke

 

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Ratlos

Gegen NazisWie immer dichter Straßenverkehr, Auto an Auto, Fußgänger überholen mich.
In Gedanken schon am Ziel, schaue ich mir mehr oder weniger interessiert an, wer da hinter, neben und vor mir ebenfalls auf schnellere Fahrt hofft. Da sind Aufkleber natürlich eine interessante Abwechslung. Baby an Bord amüsiert, dem Aufruf, sich einer Freiwilligen Feuerwehr anzuschließen, kann man nur beipflichten.
Weniger angenehm sind Aufschriften, die sich aus Runen zusammensetzen, vorschnelle Schlüsse sind da nicht angebracht.
Zunächst noch unklarer ist da ein Totenkopf, versehen mit Knochen. Ich verstehe zwar nicht, was damit ausgesagt werden soll, aber Aufmerksamkeit erweckt der Aufkleber am Heck des Vordermanns schon.
Als wenn dieser ahnte, welch fast unlösbares Rätsel mich bewegt, hilft mir sein Kennzeichen weiter …. es enthält den Buchstaben A und die Zahl 8 … da war doch was?
Sich zu seiner Gesinnung zu bekennen, ist eine meiner Ansicht nach lobenswerte Eigenschaft, die ich gerne öfters sehen würde. Sich offen zu dieser A8-Gesinnung zu bekennen, mag mutig sein. Aber ich werde nie begreifen, wie man Sympathie oder gar Bewunderung mit einem Terror-Regime und dessen Repräsentanten empfinden kann.    
Was tun? An der nächsten Ampel aussteigen und fragen, wie man diese furchtbarste aller Zeiten, die Deutschland in weite Teile der Welt getragen hat, so ungeniert glorifizieren kann?
Scheint wenig sinnvoll.
Dem Verfassungsschutz einen Hinweis geben? Eher nicht. Wenn der seine Arbeit richtig macht, sind das Kennzeichen und sein Halter dort schon längst aktenkundig.
Also fahre ich weiter und setze mich hin und schreibe und publiziere. Ist nicht sonderlich viel, was ich damit bewirke.
Aber wenn viele Menschen ähnlich handeln und sich klar gegen Rechtsextremismus positionieren, dann wissen die Ewiggestrigen und Geschichtsleugner, dass sie in diesem Staat keine Chance haben …

Geschichte muss sich nicht wiederholen.  
 

Michael Falke

 

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Eine von vielen Wahlen
und immer wieder kommt Europa ins Trudeln …

EuropaFalsch, nicht Europa, sondern das EU-Gebilde, das sich im Lauf der Jahre von seinen großartigen Gründungsgedanken immer mehr zu einer wirtschaftlich orientierten Regulierungsmaschinerie entwickelt hat, in der die auf Gemeinschaft eingeschworenen Mitgliedsstaaten stets darauf achten, dass der Verbleib in der Union mehr materiellen Gewinn bringt als die Trennung.

Das mag irgendwie verständlich sein. Die brüsselsche Regulierungswut, die auch nur dann beachtet wird, wenn sie nicht weh tut, wird der Form halber noch mitgetragen. Aber nur solange es den Menschen materiell gut geht, Wohlstand mit Reichtum verwechselt wird und die Regierenden sicher sein können, auch nach der Wahl auf dem ach so bequemen Sessel sitzen zu dürfen.

Marie Le Pen wird uns sicherlich erspart bleiben. Aber dass es überhaupt möglich ist, Parteien dieser menschenfeindlichen Ausrichtung bzw. deren Spitzenkandidaten auch nur in die Nähe des höchsten Amtes im Staat gelangen zu lassen, das sollte uns alarmieren.

Da könnte man fast stolz auf die deutschen Wähler sein, die bisher dafür gesorgt haben, dass AfD & Co. noch bedeutungslos sind. Liegt das an deren Vernunft oder vielleicht daran, dass die deutsche Wirtschaft, wenn auch höchst ungesund für uns und die Erde, brummt? Was kommt, wenn wir nicht mehr Exportweltmeister sein werden? Was kommt, wenn die Wirtschaft, schon immer den Regeln einer Achterbahnfahrt folgend, darniederliegt?

Für diesen Fall, wie für alle wichtigen Zukunftsfragen, hat unsere Regierung nicht vorgesorgt. Das wäre nämlich mit einer bisweilen schmerzhaften Wahrheit verbunden, deren Äußerung und Umsetzung Wählerstimmen kosten würde.

Womit wir wieder beim Sessel wären, an dem sich Politiker möglichst festleimen, nachdem sie die Füße des Sessels einbetoniert haben.

Die Lösung des Problems?
Bei der nächsten Wahl nur darauf achten, wer uns immer noch weismachen will, dass Wirtschaftswachstum grenzenlos ist.

Und dann die anderen wählen! 

 

Michael Falke

Ihre Meinung dazu können Sie unter
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kundtun.

 

 
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Alkohol ist ein "hervorragendes" Lösungsmittel

Es löst Familien, Freundschaften, Arbeitsverhältnisse, Bankkonten, Leber und Hirnzellen auf.
Nur bei der Lösung von Problemen versagt er. Nicht nur das, er schafft zusätzliche.

AlkoholismusAuf der Suche nach Zitaten zum Thema Alkohol findet sich manch Lustiges, was schon nachdenklich stimmt, da sie nicht darüber hinwegtäuschen können, welch katastrophalen Folgen der Alkoholismus hat, für den Alkoholiker wie für die Menschen in seiner Nähe, auch für die Gesellschaft.
Auf politischer Ebene kann ich nur spärliche Bemühungen erkennen, gegen diese Krankheit anzugehen, vermehrte Aufklärungsarbeit dürfte kurzfristig nur wenig Erfolg bringen.
Als große Probleme sind die Verfügbarkeit und der Preis von Alkohol anzusehen. Regale voller Spirituosen in jeder Preislage … ein Vollrausch für fünf Euro ist allemal machbar. Die Frage der Verfügbarkeit ist zum Beispiel in Norwegen bestens gelöst: Nur in besonderen Geschäften ist Hochprozentiges erhältlich und das auch nur zu bestimmten Zeiten.
Auch die Alkoholpreise laden in Deutschland zum ungebremsten Zechen ein. Der Sprit ist schlicht und einfach zu billig.
Stellt sich die Frage, warum bisher nicht mehr gegen diese Sucht getan wurde. Haben die Politiker Angst vor dem Volkszorn, der sich entladen könnte, wenn die Flasche Bier ein wenig, die Flasche Schnaps erheblich höher besteuert werden würde?
Beide Maßnahmen, Einschränkung der Verfügbarkeit und Erhöhung der Preise, würden das Problem sicher nicht grundlegend lösen. Erstere würde vielleicht eine Änderung der Einstellung zur Volksdroge Nummer 1 bewirken.
Mit einer Preiserhöhung ließe sich zumindest eine positive Wirkung erwirken: Die Alkoholiker wären mehr an den immensen Kosten beteiligt, die ihre Krankheit verursacht.
Nicht nur zu diesem Thema gilt, dass wir lernen müssen, die Dinge nach ihrem Wert zu beurteilen: Dieser setzt sich auch zusammen aus ihrer Gewinnung, aus den damit verbundenen Schäden materieller wie immaterieller Art, aus der Nutzung und aus der Entsorgung.
Auf diese Weise nicht schön gerechnet, ergäbe sich zum Beispiel für Strom aus Atomenergie ein wesentlich höherer Preis als für den aus Sonnenenergie gewonnen, die Flasche Schnaps würde statt sieben Euro siebzig kosten.

Nun, so hart müssen wir das Problem nicht angehen … aber es wäre ein großer Gewinn, wenn wir damit beginnen würden.

 

Michael Falke

 

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Unherzlichen Glückwunsch, EU !

Bundeskanzlerin Angela Merkel in Rom: "Wir wollen ein sicheres Europa, ein schützendes Europa, wir müssen unsere Außengrenzen besser schützen"*

Da ist dann doch ein wenig durcheinander geraten bei den Jubelreden zum EU-Geburtstag. Nach einem großartigen 2015, eingeleitet durch den Merkel-Satz „Wir schaffen das“, folgte Ernüchterung an Stellen, an denen mehr Hilfe nötig gewesen wäre ... die Leitlinie "Menschen helfen Menschen" wurde abgewandelt: „Menschen sollen sich selbst helfen“ hieß es nun. Wir schließen die Grenzen, paktieren mit Staaten, deren Umgang mit den eigenen Bürgern höchst bedenklich ist, die gegen Geld versprechen, die Hilfsbedürftigen aufzunehmen und menschenwürdig zu behandeln. Also besser als die eigenen Bürger, die es wagen, eine eigene Meinung zu vertreten.   
Der Satz „Wir wollen ein sicheres Europa, ein schützendes Europa, wir müssen unsere Außengrenzen besser schützen" zeigt auf, wie bedenklich mit Formulierungen umgegangen wird, wie wenig sie mit dem zu tun haben, was unter einem von christlichen Werten geprägten Europa zu verstehen ist.
Das sichere Europa ist an der Naht zwischen Ost und West unsicher wie in Zeiten des Kalten Krieges. Auf beiden Seiten des zeitweise grünen Vorhangs wird aufgerüstet, Truppen marschieren auf, die Annexion eines Landesteils ist vollzogen.
Und Europa soll schützend sein? Es schützt sich bestenfalls selber … vor denen, die wirklich Schutz brauchen, die vor Hunger und Terror fliehen und die Gefahr, im Mittelmeer zu ertrinken für geringer erachten als das weitere Verweilen auf dem ausblutenden Kontinent Afrika.
Die Wahrheit. Sie ist es, die ich bei all den Sonntagsreden vermisse. Und noch mehr vermisse ich, dass letztlich nichts dafür getan wird, die Fluchtursachen zu mildern.
Daher von mir: „Unherzlichen Glückwunsch, EU !“. Schlürft euren Champagner, lasst wieder einmal ein schönes Gruppenfoto von euch machen und blendet während und nach eurer Party aus, dass Menschen, denen geholfen werden muss und kann, sterben.

Michael Falke

 

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*https://web.de/magazine/politik/agenda-rom-eu-angela-merkel-spricht-warnung-32238212
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Beste Kanzlerin, die Deutschland jemals hatte!

Ganz sicherlich unbestreitbar, logisch. Ein wenig ernsthaftere Anerkennung muss ich ihr zollen, wenn ich sehe, wem sie die Hand schüttelt, schütteln muss. Macht sie so, wie ich es von einer diplomatisch agierenden Politikerin erwarte. Noch mehr Größe bewies sie, als ihr der Handschlag des angeblich mächtigsten Mannes der Welt verweigert wurde. Hut ab!
Und wenn ich dann der Meinung wäre, dass ihre sonstige Politik geeignet ist, die gewaltigen Probleme dieser Erde zu lösen, dann würde ich mich zufrieden zurücklehnen und ihrer Aussage vertrauen: „Wir schaffen das!“

Falsch, wir schaffen es nicht! Jedenfalls nicht so.

Die Politik aller kapitalismushörigen Länder, zu denen auch viele der auf Marx und Lenin schwörenden zählen, hat immer den eigenen Vorteil im Sinn. Erst wenn dieser gesichert ist, wird der Gemeinsinn heraufbeschworen, das verlogene Deckchen, das zur Tarnung über den eigenen Egoismus geworfen wird … das Prinzip, auf dem der nur scheinbar gegebene Erfolg der Europäischen Union aufgebaut ist. Die Schwäche, an der die Union zugrunde gehen wird.
Der Händedruckverweigerer, der leider die Chance, der US-Präsident mit der kürzesten Amtszeit zu werden, verstreichen ließ, handelt genau in diesem Sinne. So wie die meisten Staatenlenkerinnen und Staatenlenker auch.
Er unterscheidet sich lediglich darin von den anderen, dass er es nicht so gut kaschieren kann.


Michael Falke

 
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Heiße Sommer, milde WinterEichenprozessionsspinner

mögen, kurz gedacht, einen Vorteil darstellen. Natürlich -ganz zeitgemäß- nur einen materiellen, da man die Heizung runterdrehen kann. Und da es zu einer der merkwürdigsten menschlichen Eigenschaften gehört, nach Ursachen zumindest dann nicht zu fragen, wenn die Antwort unangenehm oder gar mit der Notwendigkeit einer  grundlegenden Verhaltensänderung verbunden sein könnte, unterlässt man es lieber, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.

Gibt ja auch Erfreuliches zur Klimaänderung zu berichten: Weniger vereiste Straßen, weniger Einsatz von Salz zur Glatteisbekämpfung.

Milde Winter waren auch schon zu Zeiten, da unsere Äcker nicht durch Unkrautvernichtungsmittel in Ödland verwandelt wurden, ein Graus. Teile der Ernten wurden durch Mäuse mit der Folge weggefressen, dass es regelmäßig zu Hungersnöten kam. Monsanto & Co. sei dank, die Mäuse haben den Lebensraum Acker verlassen. Recht klug von ihnen, weniger klug von den Menschen, die essen, was dort unter Zugabe von Gift und Dünger wäschst.

Andere Tierchen lassen sich nicht auf diese Weise vertreiben. Der Eichenprozessionsspinner fühlt sich in unseren noch nicht vergifteten Wäldern sauwohl, es folgen weitere Tierarten wie Mücken, die sich im erwärmenden Norden immer heimischer fühlen und uns so manche Krankheit bringen, die bisher nur im Süden wütete.

Dass es dazu kommen konnte, ist Werk von Menschenhand. Dass wir nichts Ernsthaftes dagegen unternehmen, ist menschentypisch … nur die unmittelbar bevorstehende Gefahr, nur die Gefahr die wir sehen und spüren, bewegt uns zu einem Umdenken, zu einem Handeln.

Wenn wir allerdings diesen Zeitpunkt erreicht haben, dann dürfte es für eine Umkehr zu spät sein.
Das intelligenteste Wesen auf dieser (noch) großartigen Erde geht an seiner Dummheit zugrunde.

Michael Falke

 
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Und und und

Das ist das Problem: In heutigen Zeiten erfolgreich und wahrhaftig zu sein, das ist schon für sich schwer. In politischer Verantwortung zu stehen und beim  Wähler gut anzukommen, ist ebenfalls schwer. Insbesondere dann, wenn man ihm klar machen muss, dass der Sessel, auf dem er es sich gemütlich gemacht hat, auf höchst wackeligen Beinen steht. Da es den regierenden Parteien weniger auf ihr ursprüngliches Programm als auf Machterhalt ankommt, müssen sie ausblenden, was Freund Michel beunruhigen könnte. Das von Willy Brandt noch pfleglichst behandelte S, dessen Konsequenz weniger nehmen und mehr geben ist, musste weichen, grün bekam kräftige Schwarztöne, schwarz wirbelt durch jeden greifbaren Tuschkasten und nimmt mit, was mitzunehmen ist.

Politik sollte immer die Frage stellen, wie Gegenwart zu gestalten, wie eine lebenswerte Zukunft ohne Zerstörung der Mitwelt zu erreichen ist. Dass dabei Grundanschauungen und religiöse Ausrichtungen eine gewichtige Rolle spielen, scheint legitim. Nicht zulässig ist aber der Weg, der vielfach bei den Parteien zu erkennen ist: Deren Frage lautet heute: „Was muss ich wie machen, um Wähler für mich zu gewinnen? Was könnte ihm gefallen, um mich für ihn wählbar machen?“

Dem Himmel sei Dank, die ÖDP arbeitet nicht nach dieser Methode und kann daher nicht Traumzuwächse an Wählern und Mitgliedern aufweisen … aber das erspart uns Albträume und wird jene Menschen unserer Partei näherbringen, die nicht nur ihre eigene, sondern auch die Zukunft ihrer Kinder und Kindeskinder im Sinn haben. Beruhigend ist, dass es täglich mehr werden.
 

Michael Falke

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Konsumisten = Kriegstreiber?

  Konsum

Die Welt geht sicherlich nicht davon unter, dass die vom Konsumismus befallene Bevölkerung nicht in der Lage ist, über den Rand ihres Einkaufswagens hinauszuschauen. Es gilt, für möglichst wenig Geld möglichst viel zu bekommen.

Egal, ob gesund, egal, ob umweltschädigend. Hauptsache die Karre ist voll. Voll von Ersatzbefriedigung. Es ist nicht einmal wichtig, ob man das, was man gekauft hat, überhaupt braucht. Haben ist das Goldene Kalb, um das sie herumtanzen. Verbrauchen ist angesagt, nicht gebrauchen.  Wer viel hat und viel verbrauchen kann, ist viel, isst viel.


Wenn nun schon der Einkauf derart widersinnig läuft, dann ist es nicht weiter verwunderlich, dass für den Rest des Einkaufsvergnügens bestenfalls Sonderangebote wahrgenommen werden. Einkaufswagen senkrecht zu den Kühltruhen. Im günstigsten Fall noch mit einem Gespräch mit einem anderen Quersteller verbunden … Gang vollständig blockiert … sollen die anderen Kaufwütigen doch einen anderen benutzen. Regelmäßig sind auch verwaiste Wagen anzutreffen, natürlich auch senkrecht zu Regalen und Truhen.
Konsequent abgerundet wird das Bild, wenn man nach des Einkaufs Müh den Heimweg antreten will … zu faul, den rollenden Korb ordnungsgemäß abzustellen, wird er in die nächste Box geschoben, egal ob da noch was rein passt oder nicht. Wie das Bild aussähe, wenn da nicht der Euro wäre, den man nach dem Anketten zurückerhält, mag ich mir gar nicht ausmalen.
Die Welt geht davon nicht unter, richtig. Aber die Rücksichtslosigkeit vieler Artgenossen ist nichts weiter als die Vorstufe mangelnder Empathie, die Vorstufe einer Welt, in der es  völlig egal ist, mit welchem Leid für Tier und Mensch die angeblich unverzichtbaren Güter gewonnen wurden.
Auch Kriege sind vielen Menschen egal, solange das Donnern der Kanonen nicht zu hören ist und die Panzer nicht zu sehen sind ….
Mit einer ganz kleinen Portion Mitfühlen und Vorausdenken müssten sie ahnen, wie nahe wir dem schon sind.


Zur Klarstellung:

Konsumisten sind keine Kriegstreiber. Aber maßloser Konsum zerstört die Erde und führt zu Kriegen.

Michael Falke


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Je mehr, desto besser!

Oder warum ein Toaster Sinnbild für den falschen Weg sein kann.

Ein Spruch, der mich als Verfechter der Aussage „Weniger ist mehr“ aufhorchen lässt. Mehr von was, mehr für wen? In vom Konsumterror geprägten Lebensbereichen ganz sicher nicht zutreffend. Eher im ideellen … „Je mehr Frieden, desto besser geht es den Mensch … oder je mehr Gerechtigkeit, desto…“ passt.
Zurück zum Konsumismus: Allein die Tatsache, dass fast alle Parteien dem erdvernichtenden Wirtschaftswachstumswahn verfallen sind, belegt, dass das rücksichtslose Plündern auch der letzten Ressourcen der Erde zumindest gebilligt wird. Wichtig ist nur, dass die Wähler bei der Stange bleiben. Da darf man sie beim Tanz um das Goldene Kalb „Ich bin, was ich verbrauche“ nicht stören. Und selbst zeichnen sich unsere Volksvertreter auch nicht durch Bescheidenheit aus. Da fließt viel Geld in die Partei-Säckel, da scheint es auch nicht wichtig, von wem das Geld kommt. Natürlich ohne Verpflichtung zu irgendwelchen Gegenleistungen gegenüber der so selbstlos spendenden Industrie. Beschämt sei, wer schlecht darüber denkt.

Auch der gutwillige Leser stellt sich spätestens jetzt die Frage, was das mit einem Toaster zu tun haben könnte. Viel!
In Deutschland leben circa 16 Millionen Menschen in Einpersonenhaushalten. Sicherlich werden nicht all diese Menschen jeden Morgen den Toaster anwerfen. Aber die Zahl dürfe gewaltig sein. Und sie benutzen zum größten Teil für eine Scheibe Geräte mit zwei Schlitzen, da es auf dem Markt fast nur solche gibt.

Kurzum, so banal das Beispiel eines Toasters für Material- und Energieverschwendung sein mag, so zeigt es doch, dass Einsparpotenziale nicht genutzt werden. Warum das so ist? Es ist von Politik und Industrie nicht gewollt. Es lebe das Bruttosozialprodukt, es lebe der materille Gewinn.

Der Ausweg ist letztlich einfach zu gehen: Der Gesetzgeber kann der Industrie auferlegen, mehr stromsparende Modelle anzubieten.
Und wenn der Gesetzgeber meint, hier nicht handeln zu müssen, dann muss er halt ausgetauscht werden.

Die Gelegenheit dazu wurde wieder einmal verpasst!

Michael Falke

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Am Morgen ein Joint und der Tag ist Dein Freund .....

JointWenn man den Wettlauf einiger Parteien und Politiker um die Freigabe von Cannabis betrachtet, könnte man auf die Idee kommen, dass es nicht darum geht, den Tag zum Freund zu machen, sondern darum, Freundschaften mit potenziellen Wählern zu schließen, um sie zu buhlen.

Die Meinung der ÖDP zu diesem problematischen Thema ist klar

„Die Freigabe von so genannten weichen Drogen lehnen wir ab.“

und wäre nicht weiter diskussionswürdig, wenn da nicht die normative Kraft des Faktischen wäre, wenn da nicht das Kiffen alltägliche Gewohnheit vieler Jugendlicher und auch Erwachsener wäre, wenn da nicht die Gefahr bestünde, Justiz und Polizei mit der Verfolgung des Marihuana-Missbrauchs zu überschwemmen und eine Generation Vorbestrafter zu schaffen.

Um nicht missverstanden zu werden: Joint und Freundschaft passen nicht zusammen. Cannabis ist, wie der Missbrauch von Alkohol auch, eine Form der Flucht aus dem Alltag, eine vielfach gesundheitsschädigende, Tod bringende. 
Aber es muss ein Weg gefunden werden, den Konsumenten aus dem Bereich der Kriminalität herauszuholen und gleichzeitig klar zu machen, dass Rauschmittel immer der falsche Weg sind, dass der Gewinn immer nur ein scheinbarer ist, für den in der einen oder anderen Form irgendwann immer bezahlt werden muss.

Auch die ÖDP kommt nicht daran vorbei, sich dieser Diskussion zu stellen … aber nicht, um Wähler zu gewinnen, sondern um einen gehbaren Weg zu finden, der der Sache und den Betroffenen gerecht wird.

Michael Falke

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Nicht ärgern, nicht einmal mehr wundern!Container

Irgendwie hat man sich an den Anblick gewöhnt. Das Gelände um Glas- und Kleidersammelbehälter wird gerne als Entlastung für die überquellende Mülltonne daheim genutzt, bisweilen auch als günstige Quelle zur Ergänzung des eigenen Schuh- und Kleiderbestandes.
Der Anblick der aufgebrochenen Container an der Albrecht-Thaer- Straße in Uelzen lässt aber auch einen anderen Schluss zu: Könnte es sein, dass hier ein konkurrierendes Unternehmen, das sich mit dem Sammeln und dem Verkauf von gebrauchter Bekleidung eine goldene Nase holen will, für diese Verwüstung gesorgt hat? Dem es in diesem Falle nicht genügte, die Behälter einfach nur zu klauen, was auch durchaus vorkommt?
Vermutlich werden wir die Antwort nicht erfahren.
Aber wir müssen wohl oder übel zur Kenntnis nehmen, dass ein Teil der Menschen meint, sich nicht an Regeln halten zu müssen. Sei es, indem geklaut, beschädigt oder gemüllt wird.
Was tun? Ich würde keine Einschränkung meiner bürgerlichen Freiheitsrechte darin sehen, wenn die Sammelstellen videoüberwacht werden würden. Die Möglichkeit, als Müll-Frevler erkannt zu werden, könnte vom Frevel abhalten … die Gefahr, erwischt zu werden, ist halt immer noch die beste Prävention.
Und, so sehr ich die Glassammeltonnen befürworte, so sehr lehne ich das Sammeln von Kleidung auf diesem Wege ab. Wer Gutes tun will, findet bessere Möglichkeiten, so IDA in Uelzen. Auf diese Weise kann man sicher sein, dass die abgelegten Klamotten nicht den schmählichen  Gesetzen des hemmungslosen Strebens nach materiellem Gewinn unterworfen sind, dass die gespendeten Sachen bei denen ankommen, die sie bitter nötig haben.
Apropos Gewinn: Ich vermute mal, dass auch die Stadt Uelzen durch Vermietung der Stellplätze daran beteiligt ist … und damit indirekt auch für den Müll verantwortlich ist.

Michael Falke

 

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Man muss schon genauer hinschauen

 

um zu erkennen, dass vor dem Riesenschiff eine ebenfalls riesige Empfangshalle steht.

AIDA …. ein fast magischer Name, ein schwimmendes Fünf-Sterne-Hotel, ein Meisterwerk der Ingenieurs-Kunst. Der Traum unzähliger Urlauber, die gerne eine Menge Geld an Bord lassen, um einmal, vielleicht auch öfters, im Leben das zu haben, was ihnen wohl ansonsten versagt bleibt.

          AIDA

Und die, die dafür nicht das nötige Kleingeld aufbringen können, stehen verzückt an der aufgestauten Ems oder blicken beim Hamburger Hafengeburtstag staunend die Bordwände hoch und haben irgendwie das Gefühl, vor einem kleinen Wolkenkratzer zu stehen, Zwerge zu sein.
Ginge mir vielleicht ähnlich. Es ist schon erstaunlich, welche technischen Leistungen Menschen vollbringen können. Irgendwie gilt das aber auch für den Panzer Leopard 2 oder für das Kampfflugzeug Eurofighter.
Ich sehe da noch mehr Ähnlichkeiten. Bei allen dreien handelt es sich um gigantische Umweltverschmutzer; der Schaden, den sie anrichten, ist mit Geld nicht aufzuwiegen, sie bringen die weitere Zerstörung der Umwelt mit sich, direkt oder indirekt vielfach auch den Tod.
Nun verstehe ich die Menschen, die von einer Urlaubsreise auf einem solchen Schiff träumen. Und natürlich sind Kriegsdamen und Kriegsherren fest davon überzeugt, dass der Einsatz hochtechnischen Kriegsgeräts auch moralisch nicht zu beanstanden ist … schließlich haben ja die anderen angefangen. Es sind immer die anderen.

So gesehen werde ich nie ehrfürchtig an der Ems stehen, ich werde Panzer und Kampfflugzeuge nie als Mittel der Politik akzeptieren, ich werde hoffentlich nie meinen Glauben daran verlieren, dass es bessere Wege gibt, für eine bessere Welt einzutreten.

Und die AIDA? Es gibt andere Wege zur Erholung, auch zum Luxus, bessere. Wäre schön, wenn sich die Passagiere, wenn sie von Bord gehen, darüber ein paar mehr Gedanken machen würden.

 

Michael Falke

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